Latein-Exkursion mit Herrn Eckey nach Bonn vom 28. – 30.11.08

Ausstellung „Rom und die Barbaren“ in der Bundeskunsthalle

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Wir als die Nachfahren der Krieger, die vor 2000 Jahren Varus besiegten, durften uns nicht entgehen lassen, was die moderne Forschung über uns herausgefunden hat!
Wir erlebten eine tolle Ausstellung mit einem schlechten Führer – er wollte, dass wir mitschrieben, statt uns auf die Exponate schauen zu lassen, und statt uns ihre Eigenart zu erläutern, erschlug er uns mit historischen Fakten. Er fragte uns Dinge ab, die wir doch von ihm erfahren sollten, und zeigte sich irritiert, wenn wir auch mal was wussten (betr. Kalkriese war er durchaus nicht auf dem neuesten Stand).
Dabei hatten die Museumskuratoren wirklich eine großartige Sammlung an Gold, Silber, Waffen, Schmuck und Grabbeigaben zusammengeholt, was in Germanien gefunden und Zeugnis von dem Anpassungseifer seiner Oberschicht an die römische Zivilisation gab – sogar einige Gefäße aus dem Hildesheimer Silberschatz, die wir aus unserer Lektüreausgabe kannten, entdeckten wir wieder.
Römer und Germanen hätten sich trotz vieler Reibereien auf die Dauer wohl assimiliert – den Todesstoß gab Rom jedoch die Invasion der Hunnen, die der römische Feldherr Aetius zwar 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern stoppen konnte, aber das Imperium war durch diesen Kraftakt so geschwächt, dass es an den übrigen Fronten zusammenbrach. Das weströmische Reich löste sich in eine Reihe von Königtümern auf, aus denen schließlich, 150 Jahre später, die Franken unter den Merowingern diejenigen waren, die eine neue große Reichsstruktur errichten konnten. Dabei integrierte Chlodwig, ihr König, die romanischen Volksteile mit seiner Bekehrung zu ihrem katholischen Glauben. So entstand eine neue, die mittelalterliche Kultur, unter germanischem Vorzeichen, aber in ständiger Anlehnung an Rom, seine Kirche und seine großen Vorbilder.
Bonn mit seinem Weihnachtsmarkt gab uns eine anschauliche Fortsetzung der Ausstellung: das mittelalterliche Stadtbild wurde mit den vielen Holzbuden, die sich um das Münster drängten, und der Menschenmenge darum herum wieder lebendig! Dabei ist „Bonna“ ursprünglich ein römisches Legionslager, noch heute gibt der Stadtplan mit seiner typischen Struktur der Altstadt Zeugnis davon.
Abends ließen wir die Begegnung von Römern und Barbaren in fröhlicher Form vor uns wieder erstehen: eine Modenschau, ein Architekturwettbewerb mit Bauklötzen, bei dem die „Vandalen“ gleich wieder alles zerstörten, Geschichten, die wir zu ausgewählten Artefakten der Ausstellung gedichtet hatten, und der neueste barbaro - romanische Modetanz. (Ec)

Erstellt am 1.12.2008