Die
Bibel im Bezug auf die
Hölle

Im
AT und Judentum
Die
ntl. Bezeichnung des feurigen Straforts, Hölle, ist von Hause aus ein
topographischer Eigenname. "Tal des Hinnom" (hebr. gê-hinnom,
Jos 15,8b; 18,16b; aram. gêhinnam, bErub 19a), eigentlich "Tal des
Sohnes Hinnoms" (Jos 15,8a; 18,16a) bzw. "Tal der Söhne Hinnoms"
(2Kön 23, 10), hieß ein im Süden Jerusalems gelegenes Tal, das heutige Wadi
er-rababi. Hier fanden unter
Ahas und Manasse Kinderopfer statt (2Kön 16,3; 21,6), weshalb Joschija das
Hinnomtal verunreinigen ließ (2Kön 23, 10); prophetische Gerichtsdrohungen künden
dem Hinnomtal eine Zukunft als "Tal der Abschlachtung" an (Jer 7,32;
19,6). Die jüd.
Apokalyptik entwickelt die Vorstellung, Gott werde dereinst die befleckte
Welt reinigen, indem er die Frevler ins - läuternde - Feuer wirft (vgl. äthHen
10, 13; 18,11-16 u. ö.; Jub 9,15 -, 1 QH 3,29-36; syrApkBar 37, 1; ferner, von
Johanncs dem Täufer, Mt 3,10.12 par. Lk
3,9.17); im Anschluß an Jes 31,9; 66,24 (vgl.
Mk 9,48) lokalisiert man die erwartete Feuerhölle im Hinnomtal (äthHen
26,4; 27,1-3; 54,1-6; 56,3f; 90,26f). Schließlich
nennt die jüd. Lit., ohne Bezug
zur jerusalemischen Topographie, die Feuerhölle selbst gêhhom/gêhinnam gräzisiert Hölle (4Esr 7,36; syrApkBar 59, 10;
85,13; Sib 1 103; II 292; radb. Belege
bei Billerbeck 1023-1025.1029ff).
